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Wie ich tausend Entschuldigungen für meine fehlende Fitness fand – und was das mit persönlicher Entwicklung zu tun hat.

Letzten Sommer war ich mit Freunden auf einer Radtour unterwegs. Die Tour sollte entspannt werden, am Ende winkte ein Bad im See.
Schon nach kurzer Zeit (und den ersten Steigungen) fühlte ich mich nicht mehr so richtig wohl auf meinem Rad… Die Oberschenkel brannten und auch das Sitzen fiel mir immer schwerer. Ich fiel immer weiter zurück bis ich die Letzte in unserer Gruppe war.
Das wiederum war der Startschuss für das „Gedankenkarussell“ in meinem Gehirn:
Mein Kopf war plötzlich voll mit „Entschuldigungen“ dafür, dass ich nun als Letzte hinter den anderen herradelte. „Der Sattel ist ja auch viel zu hart, ist ja eigentlich ein Männersattel.“ „Ich hab auf jeden Fall die falsche Hose zum Radeln an.“ „Da hätte man ja auch mal eine leichtere Strecke auswählen können.“ „Auf Schotterweg fährt es sich ja sowieso schlecht.“ „Mein Mountainbike hat eben kleinere Räder, natürlich bin ich dann langsamer als alle anderen.“
Vielleicht kommt dir das, aus ähnlichen oder auch anderen Situationen, bekannt vor? Die Entschuldigungen und Ausreden häufen sich, bis man völlig überzeugt davon ist, dass es ja gar nicht anders hätte kommen können.
Aber warum erzähle ich dir das alles? Während ich also so vor mich hinstrampelte wurde mir plötzlich bewusst, dass ich die ganze Zeit nach Faktoren suchte, die es entschuldigen sollten, dass ich hinter der ganzen Gruppe herradelte.
Und natürlich war es viel einfacher die „Schuld“ auf alle möglichen Dinge zu schieben als sich mit den eigenen Schwächen und Problemen auseinander zu setzen.
Nachdem mir das bewusst geworden war, überlegte ich, an was es denn tatsächlich lag, dass ich die Letzte der Gruppe war. Es gab dafür genügend handfeste Gründe, vor allem, dass ich in der Zeit zuvor den Sport wirklich hatte schleifen lassen und somit meine allgemeine Kondition zu dem Zeitpunkt nicht grade die Beste war. Und meine Muskeln waren soviel Belastung auf einmal nicht mehr gewohnt, genauso wie mein Hintern. 😉 Tja, die „harte Wahrheit“ tat dann doch ein bisschen weh.
Doch was hat jetzt meine Fitness mit dem Thema Coaching und persönlicher Veränderung zu tun? Auch hierzu hatte ich während der Radtour einen Gedanken:
Letztendlich lässt sich das Prinzip der „Ausreden“ auf so viele Bereiche unseres Lebens übertragen.
(Achtung, jetzt wird es ein wenig ironisch. 😉 )
Du bist unzufrieden in deinem Job? Muss wohl daran liegen, dass immer nur deine Kollegen die tollen Projekte bekommen. Ach so, und natürlich ist dein Chef eine Null!
Deine Partnerschaft läuft nicht so, wie du es gern hättest? Muss wohl daran liegen, dass dein Freund stundenlang vor dem Computer sitzt, statt mit dir Zeit zu verbringen. Und, dass er dir niemals sagt, dass er dich liebt.
Noch ein Beispiel gefällig? Du fühlst dich nicht gut, weil du schon wieder das Fitnessstudio geschwänzt hast? Das liegt sicher daran, dass du überhaupt keine Zeit hast, die Arbeit heute sooo anstrengend war, du unbedingt noch die Spülmaschine ausräumen musstest. Dir fallen sicher noch weitere tolle Entschuldigungen ein. 😉
Wahrscheinlich merkst du schon, auf was ich hinaus möchte. Natürlich ist es sehr viel einfacher eine Entschuldigung in externen Faktoren zu suchen als sich tatsächlich einmal damit auseinander zu setzen, wo denn das tatsächliche, eigene Problem liegt.
Vielleicht ist einem dieses Problem auch bereits (unter)bewusst bekannt und man möchte es sich einfach nicht eingestehen oder wahrhaben?
Und dann könnte es natürlich auch noch eine Rolle spielen, dass unser Problem uns dabei im Weg steht, wie wir uns gerne selbst sehen würden. Meinem Ehrgeiz tat das „hinterherradeln“ zum Beispiel nicht gerade gut und was würden denn die anderen von mir denken? Ich möchte schließlich gerne als sportlich und fit wahrgenommen werden… Da ist es dann einfacher, dem Sattel die Schuld zu geben, anstatt sich einzugestehen, dass man den Sport vernachlässigt hat.
Wir versuchen also, etwas sicher zu stellen, dass uns wichtig ist und merken gleichzeitig, dass wir uns dabei irgendwie selbst im Weg stehen.
Aber nun kommt die gute Nachricht! :) Indem man sich zunächst das Problem ganz konkret bewusst macht kann man herausfinden, wie denn die Lösung dafür aussehen könnte. Man erarbeitet sich Ansätze und Ideen dafür und beginnt dann, diese in die Tat umzusetzen. Natürlich kann es sein, dass der Weg zur Lösung anstrengend wird, Mut erfordert und man – vor allem – aktiv daran arbeiten muss. Doch es lohnt sich, denn dadurch stellt man im Endeffekt sicher, dass die eigenen Bedürfnisse (wieder) erfüllt werden und, dass man einen Schritt in Richtung Veränderung geht. Und das ist doch wirklich ein tolles Gefühl, oder?
Um das zu erreichen möchte ich dir folgende Übung mit auf den Weg geben:
Beobachte dich in den nächsten Tagen aufmerksam:
Wann fängst du an, Entschuldigungen für dich, dein Verhalten, deinen Zustand zu suchen?
Welche Entschuldigungen sind das?
Was sollen sie sicher stellen? Aus welchen Bedürfnissen heraus findest du die Entschuldigungen?
Was ist es wirklich, das dich an deinem Verhalten/deinem Zustand stört?
Mach dir im nächsten Schritt das eigentliche Problem bewusst:
Was ist das Problem?
Was hindert dich daran, dieses Problem anzugehen?

 

Danach kannst du dann anfangen, Lösungsansätze für dein Problem zu finden:
Was musst du ändern, damit das Problem nicht mehr besteht?
Was kannst du aktiv tun, um das Problem loszuwerden?
Was brauchst du, um das Problem loszuwerden?
Wer kann dir eventuell dabei helfen?
Und ganz wichtig: Welche Ressourcen hast du jetzt schon, um dein Problem zu lösen?

 

Und dann bleibt nur noch eines: Setze deinen Lösungsansatz um, werde aktiv und erprobe ihn immer wieder in deinem Alltag, bis er zum Erfolg führt! Das wird sicher manchmal nicht einfach aber Hey – Die Tour de France gewinnt man auch nicht an einem Tag. 😉

 

Viel Spaß beim Ausprobieren und Verändern! :)
Julia
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