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Seifenoper im Kopf – Warum wir unsere Gedanken ins Bootcamp schicken sollten

„Ich hatte Tausende von Problemen in meinem Leben, von denen die meisten niemals tatsächlich geschehen sind.“ Mark Twain
Vielleicht kennst du das auch: Dir steht in naher oder auch weiterer Zukunft eine Situation bevor (ein Gespräch, eine Prüfung, eine neue Aufgabe…). Noch bevor es überhaupt zur realen Situation kommt, hat dein Geist schon alle möglichen Ideen, wie das denn wohl laufen oder ausgehen könnte. Das Gedankenkarussell beginnt und dreht sich einfach immer weiter, oft gespickt mit Zweifeln und negativen Aussagen. Unser Geist läuft zu Hochform auf, erfindet unglaubliche Geschichten, meistens basierend auf Dramen und Katastrophen, die uns in der Zukunft ereilen könnten. Unsere Gedanken sind die größten Seifenopern-Autoren, die es gibt! 😉 Die Story besteht dabei meist aus Dingen, die niemals passiert sind und im Zweifel auch nicht passieren werden.
Ich persönlich finde das auf Dauer unglaublich anstrengend. Denn es kostet Kraft und Energie, wenn die eigenen Gedanken sich auf das Ungewisse, Negative konzentrieren und einem Sorgen bereiten, obwohl diese vielleicht völlig unberechtigt sind und es in der Realität ganz anders kommt. Dann haben wir uns umsonst gesorgt, uns alle möglichen Ausgänge der Situation überlegt und umsonst wertvolle Energie verbraten. Auf Dauer bringen uns diese unnötigen Gedanken also sogar in Stress und können sich langfristig sogar auf unsere Gesundheit auswirken.

 

Wie gehen wir also mit unserem Soap-Schriftsteller um?
Das Wichtigste ist erst einmal zu verstehen, dass unser Geist zwar ein Teil von uns ist aber Du bist nicht dein Geist! Zumindest nicht nur. 😉 Du bist viel größer und bedeutender, als nur deine Gedanken allein. Sie sind ein Teil von dir. Ein sehr wichtiger Teil zwar, aber eben nur einer von vielen. Genauso wie z.B. deine Beine ein Teil von dir sind.
Jetzt stelle dir einmal folgendes vor: Was wäre, wenn deine Beine genauso agieren würden, wie dein Geist und deine Gedanken? Sie würden von A nach B springen, wären oft überhaupt nicht auf ein Ziel fokussiert. Das linke Bein würde nach links gehen wollen, das rechte Bein aber lieber nach rechts. Sie würden ständig die Richtung wechseln und auch die Geschwindigkeit.
Wenn deine Beine so agieren würden, was würdest du machen? Würdest du sie gerne loswerden wollen? Aber deine Beine sind wichtige Werkzeuge für dich, warum solltest du also ohne sie sein wollen? Die viel bessere Lösung wäre doch, deine Beine zu kontrollieren, sie zu trainieren und für dich arbeiten zu lassen.
Und genauso verhält es sich mit unseren Gedanken. Im Normalfall lassen wir sie machen, was sie wollen. Auch sie springen von A nach B, gehen in Richtungen, die wir nicht vorhersehen können und bringen uns oft dorthin, wo wir vielleicht eigentlich gar nicht sein möchten.
Und jetzt kommt die gute Nachricht: Genauso, wie wir unseren Körper trainieren und kontrollieren können, genauso können wir das auch mit unseren Gedanken tun.
Denn sie sind mächtige Werkzeuge, wenn wir sie im Griff haben. Sie können uns stärken, uns aufbauen, uns wachsen lassen. Lassen wir sie jedoch tun, was sie möchten, können sie uns klein machen und uns den Weg der eigenen Weiterentwicklung ganz schön schwer machen… Und, wie bereits oben geschrieben, kostet es uns sehr viel Energie, wenn unsere Gedanken, ähnlich einer Schrotflinte, in alle möglichen Richtungen „schießen“.

 

Bootcamp für den Geist
Wie schaffen wir es also, unsere Gedanken zu trainieren und für statt gegen uns arbeiten zu lassen? Ein erster wichtiger Schritt ist es, die eigenen Gedanken zu beobachten. Achte darauf, welche Gedanken und Bilder dein Geist ständig hervorbringt. Unterstützen sie dich bei dem was du vor hast oder nicht? Helfen sie dir glücklich und entspannt zu sein oder bringen sie dich in Stress? Nähren sie dich oder zehren sie dich?
Wenn du sie dann identifiziert hast, kannst du das negative Gedankenkarussell stoppen, indem du beispielsweise laut „Stopp“ oder „Abbruch“ sagst. Oder „Danke für’s Teilen“. Oder stellst dir ein großes, rotes Stopp-Schild vor, dass du ziehst. Allein die Tatsache, dass du jetzt agierst und dich damit beschäftigst, unterbricht den Gedankenfluss zunächst.
Im nächsten Schritt kannst du dich jetzt darauf konzentrieren, die nicht-unterstützenden Gedanken durch unterstützenden Gedanken und Bilder zu ersetzen. Denn du kannst sie beeinflussen und ändern. Nicht deine Gedanken bestimmen dich, sondern du bestimmst deine Gedanken!
Wenn du dich jetzt fragst, wie du denn an unterstützende Gedanken und innere Bilder kommen sollst, habe ich hier einige Übungen für dich:
Feiere deine Erfolge!
Feiere jeden Erfolg, und sei er noch so klein! Leg dir ein „Erfolgstagebuch“ zu, in das du jeden Erfolg notierst, auch alle deine Erfolge aus der Vergangenheit. Was genau ein Erfolg für dich ist, definierst du natürlich selbst.
Fühle jetzt noch einmal in jeden deiner Erfolge hinein. Wie war es dort? Was hast du gefühlt? Was konntest du hören oder sehen? Gab es einen bestimmten Geruch/Geschmack, den du damit verbindest? Fühle dich richtig ein und versuche die „Essenz“ jeden Erfolges für dich auszumachen.
Diese Essenz kannst du nun in einen kurzen Satz bringen und ihn aufschreiben. Starte die Sätze z.B. mit „Ich bin…“ oder „Ich kann…“ oder „Ich fühle mich…“.
Alternativ kannst du dir natürlich auch überlegen, ob es vielleicht ein Bild gibt, das dein Erfolgsgefühl wiederspiegelt.
Diese Sätze und Bilder kannst du nun zu deinen „Power-Gedanken“ hinzufügen und sie bei Bedarf einsetzen.
Lass‘ dich inspirieren!
Es gibt unzählige Bücher, Blogs und Internetseiten zu den verschiedensten Themen, die sich mit positiven Affirmationen, Autosuggestionen und aufbauenden Gedanken beschäftigen. Stöber ein wenig und such dir die Inhalte heraus, die dir gefallen, zu deinem Thema passen und dich weiterbringen.
Wenn du jetzt auf Sätze, Bilder und Ideen stößt, die dich inspirieren und die du gerne in dein Leben integrieren möchtest: Drucke sie aus, schreibe sie ab, male sie, hänge sie an die Tür, an den Spiegel, ins Auto… 😉 Vielleicht findest du ja auch eine Meditation, ein Lied oder ähnliches, die dich „auf gute Gedanken“ bringen?
All diese Inhalte werden mit der Zeit dann zu deinen „Power-Gedanken“, die dich unterstützen.
Kreiere deinen eigenen „Power-Gedanken“!
Das ist eine Übung, für die du dir Zeit nehmen solltest. Am Ende steht dein ganz persönlicher „Lebenspowersatz“, der dich motiviert und dir hilft, dich zu fokussieren.
Nimm dir ein Blatt Papier und zeichne darauf 3 Spalten nebeneinander.
Schreibe jetzt in die ganz linke Spalte untereinander die 10 Werte, die dir für dein optimales Leben wichtig sind.
Jetzt geht es ans Priorisieren. Suche dir aus deinen 10 Werten 5 aus, die dir wirklich wichtig sind. Diese 5 Werte schreibst du nun in die mittlere Spalte.
Zum Schluss suchst du dir nun aus diesen 5 Werten nochmals 3 heraus, die für dich wirklich absolut essentiell sind für dein optimales Leben. Diese 3 Werte möchtest du niemals in deinem Leben missen! Sie kommen in die rechte Spalte.
Jetzt wird es noch einmal kreativ. 😉 Formuliere einen Satz, in dem alle 3 Werte vorkommen. Er soll prägnant sein und sich vor allem richtig gut anfühlen wenn du ihn aufschreibst oder dir selbst sagst.
Manche Klienten haben z.B. folgendes formuliert: „Ich bin mit Leichtigkeit eine erfolgreiche Frau.“ Oder „Ich habe die Sicherheit, ein aktives Leben in Harmonie zu führen.“
Dieser Satz ist quasi dein ultimativer „Power-Gedanke“, den du immer bei dir haben kannst. :) Und wenn du möchtest, teile ihn doch in den Kommentaren und inspiriere vielleicht andere damit!

 

Und… Action!
Um den Beitrag mit einem weiteren Zitat, diesmal von T. Harv Eker, abzuschließen, möchte ich dir folgendes mit auf den Weg geben: „Deine eigenen Gedanken zu trainieren und zu kontrollieren ist die wichtigste Fähigkeit, die du, im Bezug auf Glück und Erfolg, je besitzen kannst.“
Unsere Gedanken lassen sich kontrollieren, wir können sie so verändern, dass sie uns nutzen und uns stark machen. Sie sind meiner Meinung nach ein essentielles und sehr mächtiges Instrument, wann immer wir uns mit uns selbst und unserer Entwicklung beschäftigen. Wie bei jeder Veränderung gehört natürlich ein bisschen Mut, der Wille zur Veränderung und vor allem das Umsetzen dazu. Aber das Schöne ist: Wenn du möchstest, kannst du sofort loslegen! Dann gibt es zukünftig nicht mehr nur Seifenopern im Programm. :)
Wie immer freue ich mich natürlich darüber, wenn du mir in den Kommentaren oder auch per E-Mail berichtest, wie dir der Artikel gefallen hat und ob du das ein oder andere vielleicht sogar umgesetzt hast. Ich freue mich schon!

 

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Photo by pixabay.com

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