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Kein Boxtraining im Wohnzimmer – Warum wir unser Leben in Bereiche einteilen

In meinem letzten Blogbeitrag „Was uns vom Glücklichsein abhält“ hatte ich bereits kurz darüber geschrieben, dass wir Menschen die Tendenz haben, unser Leben in verschiedene Bereiche einzuteilen. Dieses Thema beschäftigt mich in letzter Zeit sehr und darum möchte ich heute gerne meine Gedanken dazu mit dir teilen.
Spontan sind mir folgende Bereiche eingefallen, die es in unseren Leben geben könnte:
Job, Privatleben, Partnerschaft, Kinder, Freizeit, Sport, Vereinsleben, Familie, Freunde…
Mit Sicherheit gibt es noch viele weitere, das ist ja sehr individuell für jeden von uns. In jedem dieser Bereiche gibt es Besonderheiten, bestimmte Menschen, mit denen wir zu tun haben und manchmal passen wir sogar unsere Persönlichkeit mehr oder weniger stark an den jeweiligen Bereich an bzw. verhalten uns entsprechend anders.
Und nicht alle Bereiche im Leben laufen immer gleich positiv oder negativ ab. Auch hier gibt es oft Unterschiede.
Aber irgendwie ist es doch seltsam, das Leben in Bereiche einzuteilen, denn unser Leben ist ja etwas Ganzheitliches.
Es passiert die ganze Zeit, egal in welchem „Bereich“ wir uns bewegen. Oder?
Und auch wir als Menschen und Persönlichkeiten sind ja „als ganze Person“ in jedem Bereich vertreten. Oder nicht?

 

Welche Vorteile hat es, unser Leben in Bereiche aufzuteilen?
Die Frage nach positiv oder negativ wird sicher jeder für sich selbst individuell beantworten müssen.
Wie bei vielen Dingen gibt es auch hier Vor- und Nachteile.
Dazu ein Beispiel: Du hast es bei der Arbeit mit einem extrem anstrengenden Kunden zu tun, der dich den ganzen Tag Nerven kostet. Zudem ist dein Kollege sehr schlecht gelaunt und auch dein Chef meckert ohne Pause.
In einer solchen Situation sind die meisten Menschen wahrscheinlich froh wenn sie nach Feierabend den Bereich „Arbeit“ verlassen und in den Bereich „Freizeit“ einsteigen können.
Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Die schlechte Laune und der Stress aus dem Job können in diesem Bereich bleiben, ich muss sie nicht mit in mein Privatleben ziehen. Wenn ich meine Lebensbereiche sehr stark voneinander trenne heißt das im Umkehrschluss, dass kleine oder größere Krisen auch nur in diesem Bereich stattfinden und wenig bis gar keinen Einfluss auf andere Bereiche haben. So muss ich mir diese nicht durch negative Gedanken verderben.
Ein weiteres Beispiel: Du hast dich morgens mit deinem Partner gestritten und bist nun auf dem Weg zu einer wichtigen Präsentation. Wenn du die Bereiche „Arbeit“ und „Partnerschaft“ nun voneinander trennst, wirst du trotz des Ärgers über den Streit einen souveränen Vortrag hinlegen. Durch die Trennung kannst du deine volle Konzentration auf den Bereich lenken, der gerade ansteht. In diesem Fall würde das Trennen der Lebensbereiche also deine Produktivität erhöhen.
Die Aufteilung in verschiedene Lebensbereiche kann also durchaus Vorteile haben.

 

Was passiert, wenn wir die Bereiche zu stark voneinander trennen?
Durch das strenge Trennen verschiedener Lebensbereiche unterteilen wir natürlich auch unsere Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. Dass dies in manchen Fällen durchaus positiv sein kann, habe wir eben gesehen. Es kann allerdings auch Nachteile haben, insbesondere, wenn sich die Bereiche widersprechen. Durch die Trennung der Lebensbereiche werden auch die unterschiedlichen Denkweisen getrennt. Das kann im schlimmsten Fall geistige und emotionale Konflikte in uns auslösen.
Zum Beispiel, wenn wir uns bei der Arbeit so verhalten müssen, wie wir es im Privatleben nie tun würden. Es widerstrebt uns, doch da wir den Bereich „Arbeit“ abgekoppelt sehen, machen wir es trotzdem…
Dabei übergehen wir eventuell wichtige Anteile unserer Persönlichkeit, was uns auf Dauer aus der Balance bringt und wir merken, dass hier etwas nicht stimmt.
(Wenn du an dieser Stelle heftig mit dem Kopf genickt hast aber nicht weißt, wie du dieses Problem angehen könntest, schau gerne einmal im Bereich „Coaching“ vorbei. 😉 )

 

Sollten sich die Bereiche also mehr verbinden?
Genauso wie die strenge Trennung der Lebensbereiche hat auch deren enge Verbindung Vor- und Nachteile. Wenn ich beispielsweise Stress und schlechte Laune aus der Arbeit ständig mit nach Hause oder in den Freundeskreis nehme und sie nicht loslassen kann, wird auch das auf Dauer negative Auswirkungen haben. Sowohl auf mich, als auch auf meine Umgebung.
Es kann allerdings auch sehr positiv sein, das Erlebte, die Gedanken und Gefühle in einem anderen Lebensbereich zu verarbeiten. Zum Beispiel durch Gespräche mit Freunden oder auch durch Sport, der durch körperliche Bewegung vielleicht den ein oder anderen Gedankengang löst.
Letztendlich muss jeder von uns herausfinden, was gut tut und passt.
Der eine macht quasi sein Hobby zum Beruf, die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen und die Person ist unglaublich glücklich damit. Der Nächste kann Teile seiner Persönlichkeit als liebevoller Vater ausleben und gleichzeitig in seiner Freizeit beim Boxen seine aggressive Seite ausleben. Für ihn macht es also Sinn, die Bereiche „Familie“ und „Sport“ voneinander zu trennen.
Was zählt ist, meiner Meinung nach, die Tatsache, dass wir unser Leben authentisch und ausgewogen leben. Dass wir es schaffen, ein ganzheitliches Leben zu führen, in dem wir all unsere Facetten zeigen und ausleben können. Ein Leben, das Spaß macht und in dem wir uns entwickeln können.
Denn am Ende kommen alle Erfahrungen, Erlebnisse und Gedanken in uns zusammen und machen uns zu dem, was wir sind.
Zum Schluss interessieren mich natürlich deine Gedanken zu diesem Thema und möchte dir einige Anregungen mit auf dem Weg geben:
Welche Bereiche gibt es in deinem Leben?
Welche Erfahrungen hast du mit deren Trennung oder Verbindung bereits gemacht?
Unterteilst du dein Leben auch am Wochenende oder im Urlaub in Bereiche? Warum?
Wie muss dein Leben beschaffen sein, damit es sich für dich stimmig anfühlt?
Ich freue mich natürlich sehr, wenn du deine Gedanken und Ansichten zu diesem Thema mit mir teilst, am Besten in den Kommentaren. Ich freue mich schon darauf! :)

 

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